Ich liebe es, in Gruppen, Organisationen und Gemeinschaften mitzuerleben, wie Menschen miteinander wirksam werden, einen Raum für echten Dialog zu erschaffen – einen Ort des Gelingens zu kreieren, an dem wir gemeinsam entdecken, wie Zukünfte und gute Geschichten wachsen können.
Mein Weg hierher führte über Rollen als Pastor, Geschäftsführer eines kirchlichen Jugendverbandes und Sprecher der ARD-Sendung „Das Wort zum Sonntag“. Diese Erfahrungen haben meinen Blick auf Arbeit, Organisationen, Gemeinschaften und Zukunft geprägt. So schaue ich auf die Welt …
Dieses Manifest habe ich im Gepäck:
1. Arbeit als sichtbar gemachte Liebe erleben
Das Zitat des libanesischen Schriftstellers Khalil Gibran – „Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe“ – drückt für mich eine tiefe Wahrheit aus: Jeder Mensch sollte eine Tätigkeit finden, die er oder sie wirklich, wirklich liebt.
Ich erlebe, dass Arbeit in unserer Gesellschaft oft als etwas betrachtet wird, das geordnet, eingedämmt und kontrolliert werden muss. Nicht selten wird so das Lebendige erstickt. Vielleicht ergibt dieses Denken Sinn, wenn wir Organisationen wie Maschinen betrachten. Aber Organisationen bestehen nicht aus Zahnrädern, sondern aus Menschen. Und Menschen wollen etwas Sinnvolles tun.
Für mich ist Arbeit die Möglichkeit, Selbstwirksamkeit zu erfahren. Am wirksamsten bin ich dann, wenn ich liebe, was ich tue – und ich wünsche mir, dass das möglichst viele Menschen erleben können.
2. Organisationen zu Orten der Heilung werden lassen
Sind Arbeitsstellen eher Orte der Angst, der Unsicherheit und der Erschöpfung? Orte, die krank machen, Familien belasten und Zukunft verhindern? Oder könnten sie Orte der Heilung sein? Orte, an denen etwas möglich wird, das vorher nicht möglich war – an denen etwas ganz wird?
Ich suche nach Kundinnen und Weggefährtinnen, die mit mir gemeinsam dieser Suchbewegung nach dem guten Leben folgen. Menschen, die sich danach sehnen, dass Arbeit nicht nur aushaltbar ist, sondern erfüllt und glücklich macht.
Ich will Teil einer Bewegung sein, die erforscht, wie Organisationen zu Orten der Inspiration und Heilung werden können – für die Menschen, die dort arbeiten, für ihre Familien, für Gemeinschaften und für ganze Ökosysteme. Ich sehe das Potenzial von Organisationen, Kräfte positiver Entwicklung für die gesamte Gesellschaft zu sein.
3. Unternehmen als Gemeinschaften verstehen
Für mich sind Unternehmen und Organisationen vor allem eines: Gemeinschaften. Sie sind mehr als Arbeitgeber*innen, bei denen ich einen Vertrag unterschreibe. Sie sind mehr als eine Geldanlage, mehr als ein Beitrag zum Bruttosozialprodukt.
Das eigentliche Potenzial liegt darin, Menschen zusammenzubringen, die gemeinsam etwas erschaffen wollen, was keiner von ihnen allein je erreichen könnte.
Deshalb unterstütze ich am liebsten Unternehmen, die Sinn stiften und Werte entstehen lassen – Unternehmen, die mehr wollen, als nur „funktionieren“.
4. Gutes für die erschaffen, die in unseren Fußspuren gehen
Ich bin überzeugt: Unternehmen und Organisationen sollten für größere Dinge stehen als für Gewinnmaximierung. Sie sollten weiter denken – über die eigene Generation hinaus.
Mir ist wichtig, dass wir verstehen: Das Leben geht lange nach unserem eigenen Tod weiter – für die Menschen, die nach uns kommen, für Gesellschaften, für Tiere und Pflanzen, für diese Erde.
Darum möchte ich dazu beitragen, Gutes für die zu erschaffen, die in unseren Fußspuren gehen werden. Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern darum, heute schon das zu fördern, was auch morgen noch gut ist – auch wenn es heute noch ganz klein wirkt.
5. Ehrliche und einfache Gespräche gestalten
Seit mehr als 20 Jahren bin ich im Dienst von Menschen und Gruppen unterwegs. Ich habe mich weitergebildet in Design Thinking, Achtsamkeit, Theorie U, Liberating Structures, World Café, Zukunftskonferenzen, Dynamic Facilitation – und vielen weiteren Methoden. Von manchen bin ich bis heute ein großer Fan.
Und doch merke ich: Für heute und für die Zukunft gilt mehr denn je – nichts übertrifft ein ehrliches und einfaches Gespräch.
Wenn ich „einfach“ sage, meine ich nicht „leicht“. Denn ehrliche Gespräche sind alles andere als leicht. Sie sind herausfordernd, manchmal schmerzhaft, oft unbequem – und gerade deshalb so wirksam.
Darum erschaffe ich Räume, in denen wir Methoden auch einmal loslassen können. Räume, in denen wir uns einfach im Kreis setzen – um ehrlich und einfach miteinander zu sprechen. Dort geschieht für mich die eigentliche Transformation.
👉 So sieht meine Haltung aus, wenn ich mit Menschen, Gruppen und Organisationen unterwegs bin. Ich weiß: Unsere beste Zukunftsmöglichkeit liegt darin, Räume zu gestalten, in denen Arbeit wirklich Liebe sichtbar macht.
Vielen Dank für Dein Interesse an Leitungskunst. Werde Teil der Reise! Werde Teil des Kreises …
Inspirationen
Ich habe viel Freude an diesem Buch:
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Schein, Edgar und Peter: Organisationskultur und Leadership Thalia-Affiliate-Link


